Erinnerung verpflichtet – Dankbarkeit fordert Haltung
Hoch oben auf der Eggeralm, umgeben von traumhafter Natur und weitem Himmel, lädt die Heimkehrerkapelle ein zu einem besonderen Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit. Anlässlich des Eggeralm Kirchtags, am Sonntag, dem 3. August 2025, trafen sich viele Menschen an diesem besonderen Ort und feierten einen ökumenischen Gottesdienst – gemeinsam, konfessionsübergreifend und in Verbundenheit mit all jenen, die vor uns gegangen sind.
Die Heimkehrerkapelle auf der Eggeralm wurde aus einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit heraus errichtet – als stilles Zeichen für das Heimkehren aus dem Krieg. Sie erinnert an eine Zeit, in der Frieden keine Selbstverständlichkeit war.
Monsignore Emmanuel Longin und Pfarrer Hans Hecht führten uns durch diese Stunde des Gedenkens und des Gebets. Und auch wenn unsere Zeit eine andere ist – der Ruf dieser Kapelle ist nicht verklungen. Er mahnt uns: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Wohlstand ist nicht garantiert.
Während wir hier in Sicherheit leben, brennen in anderen Teilen der Welt die Felder – in der Ukraine, in Palästina, in zu vielen vergessenen Krisenregionen. Menschen verlieren ihre Heimat, ihre Angehörigen, ihr Vertrauen in die Menschlichkeit.
Deshalb ist dieser Ort nicht nur Erinnerung an die Vergangenheit. Er ist auch ein Weckruf an uns, die wir heute in Frieden leben dürfen. Der Gottesdienst auf der Eggeralm erinnert uns daran, wie kostbar unser Alltag ist – in einer Zeit, in der in vielen Regionen der Welt Menschen leiden, fliehen, kämpfen und trauern.
Gerade deshalb müssen wir uns fragen:
„Was tun wir mit dem Frieden, den wir erleben dürfen?“
„Wofür nutzen wir unsere Freiheit? Danken wir – oder fordern wir immer noch mehr?“
Dieser Gottesdienst soll auch ein Aufruf sein. Zum Innehalten, zum Gedenken, zur Dankbarkeit – und zur bewussten Entscheidung für Zufriedenheit, Versöhnung und Mitgefühl.

