Treue, die leuchtet. Hoffnung, die trägt

Dankbar zurückblicken – hoffnungsvoll weitergehen.

Der Gottesdienst am Palmsonntag, den 29. März 2026, führt zwei große Linien des Glaubens auf eine Weise zusammen, die Herz und Verstand gleichermaßen berührt. Der Palmsonntag – dieser Tag zwischen jubelndem Hosianna und dem nahenden Kreuz – öffnet den Raum für die 25‑ und 50‑jährige Jubelkonfirmation, in der Menschen dankbar auf ihr gelebtes Leben und ihren gelebten Glauben zurückblicken.

Doch diese beiden Ebenen stehen nicht einfach nebeneinander. Sie verweben sich. Der Weg Jesu wird zum Spiegel menschlicher Wege, und die Lebensgeschichte der Jubilarinnen und Jubilare erscheint im Licht seines Weges neu gedeutet. So entsteht ein feierlicher Moment, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Glauben miteinander verbunden werden.

Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes stand der Leitvers aus Hebräer 12,2:

Dieser Gedanke prägte die gesamte Feier und wurde zu einem roten Faden, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet.

Für die Gold‑ und Silberkonfirmandinnen und ‑konfirmanden wurde der Blick zurück zu einem Moment der Dankbarkeit. Vor 25 bzw. 50 Jahren haben sie in unserer Kirche ihr „JA“ zum Glauben gesprochen. Der Gottesdienst erinnerte daran, dass Gott Menschen durch alle Höhen und Tiefen begleitet – durch Freude und Leid, durch Gelingen und Brüche. Erinnerung wurde so zu einem Ort, an dem Gottes Treue sichtbar wird.

Der Blick auf das Heute machte deutlich, Gottesdienst ist Begegnung. Gott begegnet uns mit seinem Wort, seinem Frieden und seinem Segen – und wir antworten mit Lob, Gebet und Dank. Besonders im Heiligen Abendmahl wurde diese Gemeinschaft spürbar. Christus verbindet Generationen, stärkt und trägt. Auch das Altarbild des Guten Hirten erinnerte daran, dass Christus uns nachgeht und begleitet.

Schließlich richtete sich der Blick nach vorne. Die biblischen Worte aus Römerbrief, Psalmen und der Passionsgeschichte machten Mut. Glaube verdrängt das Älterwerden nicht – er stellt es unter Gottes Hoffnung. Vor Gott werden wir nicht älter, sondern jünger, weil unser Leben auf die Ewigkeit hin geöffnet ist. Jesus, der den Weg des Vertrauens bis ans Kreuz gegangen ist, wird so zum Halt und Vorbild für den weiteren Lebensweg der Jubilare.

Römer 12,2

Noch bevor die Jubilarinnen und Jubilare sich im Halbkreis vor dem Altar versammeln, öffnet die Gemeinde ihr Herz für jene, die an diesem Festtag nicht mehr unter uns sein können. In einem Moment stiller Würde werden die Namen der Verstorbenen ausgesprochen – Menschen, die einst mit ihnen konfirmiert wurden und deren Lebensweg nun in Gottes Ewigkeit vollendet ist, sie in Gottes Hand geborgen sind und seiner Güte anvertraut bleiben.

Dann richtet sich der Blick wieder auf die Frauen und Männer vor dem Altar – Menschen, die vor 25 oder 50 Jahren ihr JA zum Glauben gesprochen haben. Dieses Ja wird heute nicht einfach wiederholt, sondern neu bedacht und innerlich erneuert. Das JA zu Gott, der uns das Leben geschenkt hat. das JA zu Jesus Christus, der uns begleitet, vergibt und immer wieder neue Wege eröffnet und das JA zum Heiligen Geist, der uns Kraft gibt, tröstet und Mut macht, weiterzugehen. Über diesem besonderen Moment stehen die Worte Jesu:

Dieses Licht soll auch weiterhin ihren Weg erhellen, in hellen Tagen ebenso wie in dunklen Stunden.

1.Korinther 13,13

So wird den Jubilarinnen und Jubilaren erneut Gottes Segen zugesprochen – ein Segen, der durch die Jahre trägt, der in den Herausforderungen des Lebens stärkt und der Hoffnung schenkt, die über den Tag hinausreicht. Eine rote Rose, liebevoll überreicht, wird zum sichtbaren Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung. Begleitet vom herzlichen Applaus der Gemeinde kehren die Jubilare in ihre Reihen zurück – umgeben von Erinnerung, Dankbarkeit und der Zuversicht, dass Gott ihren Weg auch weiterhin mitgeht.

Dieser Gottesdienst ist weit mehr als ein Jubiläum. Er ist ein Innehalten auf dem Weg des Lebens – eine geistliche Standortbestimmung. Zwischen den jubelnden Palmzweigen und dem Schatten des Kreuzes, zwischen dankbarer Erinnerung und lebendiger Hoffnung wird deutlich, was trägt: der Glaube, der durch die Jahre hindurch Bestand hat. Mit großem Respekt und herzlichem Dank wird sichtbar, wie treu viele über Jahrzehnte hinweg am evangelischen Glauben festgehalten haben – im Alltag, in Herausforderungen, in Freude und Leid. Diese Treue ist ein starkes Zeugnis, das Mut macht und Orientierung gibt.

Zugleich lädt dieser Tag ein, den Blick neu auszurichten. Auf Jesus Christus – den Anfang, die Mitte und das Ziel unseres Glaubens. Wer auf ihn schaut, findet Halt für heute und Zuversicht für morgen.

Im Anschluss an den Gottesdienst versammeln sich die Jubelkonfirmandinnen und Jubelkonfirmanden gemeinsam mit Pfarrer und Kurator vor dem Altar und vor der Schneerosenkirche zum gemeinsamen Erinnerungsfoto – genau dort, wo vor 25 oder 50 Jahren schon einmal ein solches entstand. Es ist ein bewegender Moment, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen.

Ein Augenblick voller Herzlichkeit. Erinnerungen an die Konfirmandenzeit werden wach, an die gemeinsamen Stunden, an das Lernen, an die strenge, aber feierliche Wissensüberprüfung vor der versammelten Gemeinde und an all die schönen Momente, die diese Zeit geprägt haben.

So wird aus Erinnerung neue Kraft. Dankbarkeit für das Gewesene, Freude an der Gemeinschaft und Ermutigung, den Weg des Glaubens auch weiterhin bewusst und vertrauensvoll zu gehen.

Als Pfarrgemeinde danken wir unseren Jubilarinnen und Jubilaren von Herzen für ihre langjährige Treue zum evangelischen Glauben und ihre Verbundenheit mit unserer Gemeinde. In einer Zeit, in der vieles unsicher geworden ist und der christliche Glaube vielerorts an Bedeutung verliert, wird eure Beständigkeit zu einem stillen, aber leuchtenden Zeichen – ein Beispiel, das Mut macht, Hoffnung schenkt und unsere Gemeinschaft stärkt. Möge Gottes Segen euch weiterhin begleiten und euer Weg von seinem Licht erfüllt bleiben.