Wo Erinnerung lebendig wird – Jubiläumsjahr 2026 eröffnet

Ein Ort, der Menschen zusammenführt

Mit einem herzlichen Miteinander, dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee und dem Klang lebendiger Erinnerungen begann unser Jubiläumsjahr 2026 in der Schneerosenkirche auf ganz besondere Weise. Das „Café mit Gott und der Welt“, am 8. April 2026 im Gemeindesaal der Schneerosenkirche, bildete den stimmungsvollen Auftakt zu einer Reihe von insgesamt elf Veranstaltungen, die uns durch dieses besondere Jahr begleiten und dazu einladen, auf 100 Jahre bewegte Geschichte zurückzublicken.

Es ist ein Jahrhundert, das geprägt wurde von Glauben, Zusammenhalt und dem unermüdlichen Einsatz vieler Menschen – jener, die die Schneerosenkirche erbauten, sie mit Leben erfüllten und bis heute mit großer Hingabe erhalten. Ihr Wirken sichtbar und spürbar zu machen, ist das zentrale Anliegen des Veranstaltungsreigen in diesem Jubiläumsjahr.

Unser Pfarrer, Reinhard Ambrosch, zeigte sich hoch erfreut über das große Interesse und durfte mehr als 50 Besucherinnen und Besucher sowie den Referenten Prof. Hans Hohenwarter aus Jenig begrüßen, der mit einer eindrucksvollen, geschichtsträchtigen Präsentation die Zeit von 1918 bis 1926 wieder lebendig werden ließ.

Seine Ausführungen ließen die Anwesenden eintauchen in jene Jahre, in denen Mut, Glaube und Gemeinschaftssinn den Bau der Schneerosenkirche möglich machten und so auf lebendige Weise wieder aufleben ließ.

Ein besonderer Moment war die Präsentation des beeindruckenden Gemäldes von Margrit Pernul, die den Frauenkreis bis vor Kurzem leitete. Mit großer künstlerischer Feinfühligkeit hat sie die Namensgeberin unserer Kirche in ihrer ganzen Schönheit festgehalten. Das Werk hat bereits einen würdigen Platz im Gemeindesaal gefunden. Pfarrer Ambrosch dankte im Namen der gesamten Pfarrgemeinde für dieses wertvolle Geschenk.

Besonders berührend war die Anwesenheit zahlreicher Nachfahren jener Menschen, die am Bau und an der Einweihung der Kirche beteiligt waren. So konnte Pfarrer Ambrosch unter anderem die Tochter und Enkelin von Mizzi Theuermann (heute Familie Wurian) begrüßen, die gemeinsam mit Anna Essl und Elise Scharschön – damals noch junge Dirndln – ein Gedicht zur Einweihung vorgetragen hatte.

Gerlinde Kaiser erkannte ihren Großvater, Senior Johne aus Klagenfurt, unter den damaligen Mitfeiernden des Kirchenfestes, und mit DI Peter Sommeregger war der Enkel jenes Baumeisters anwesend, der nach dem Tod des Planers und Baumeisters Mathias Unterberger die Vollendung des Kirchenbaus übernahm. Ebenso unter den Gästen war Anna Wurian, die der Schneerosenkirche ein bewegendes Mundartgedicht anlässlich des 70jährigen Jubiläums gewidmet hat.

Gestärkt durch die Köstlichkeiten des Cafés und getragen von einer Atmosphäre der Verbundenheit und Dankbarkeit, lauschten die Besucherinnen und Besucher schließlich der Präsentation von Prof. Hohenwarter der ein Fenster in die Vergangenheit öffnete, das uns nicht nur zurückblicken ließ, sondern auch inspiriert, die Zukunft unserer Schneerosenkirche gemeinsam weiter zu gestalten.

Am Ende dieses besonderen Nachmittags bleibt vor allem eines: Dankbarkeit. Dankbarkeit für jene Menschen, die in einer Zeit voller Not, Unsicherheit und Entbehrung den Mut fanden, gemeinsam etwas Bleibendes zu schaffen. Aus der unmittelbaren Nachkriegszeit heraus, geprägt von Inflation und Perspektivlosigkeit, wuchs ein Werk, das bis heute trägt – unsere Schneerosenkirche.

Was damals entstand, war weit mehr als ein Bauprojekt. Es war ein beeindruckendes Zeichen gelebter Gemeinschaft. Menschen aller Generationen und beider Konfessionen, vereint in ihrem Glauben und ihrer Entschlossenheit. Mit unermüdlichem Einsatz, kreativen Lösungen und großer Opferbereitschaft trotzten sie allen Herausforderungen. Ihre Begeisterung, ihr Zusammenhalt und ihre Hilfsbereitschaft wirken bis heute nach.

Die Schneerosenkirche bleibt ein Zeichen dafür, dass aus Ohnmacht Gemeinschaft wachsen kann und aus Not neue Wege entstehen. Möge dieses Jubiläumsjahr eine Brücke sein zwischen damals und heute, getragen von Dankbarkeit, Verbundenheit und der Freude am gemeinsamen Glauben.

So war dieser Rückblick nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch ein leiser Auftrag an uns heute. Dieses Erbe zu bewahren, weiterzutragen und mit neuem Leben zu füllen. Möge uns das Beispiel jener Zeit auch in Zukunft inspirieren, gemeinsam Wege zu gehen – mit Glauben, Zuversicht und einem offenen Herzen füreinander.

Ein herzlicher Dank gilt Prof. Hans Hohenwarter, dessen realistische und zugleich bewegende Präsentation uns hundert Jahre zurückgeführt hat. Durch seine eindrucksvollen Bilder, Geschichten und Einordnungen konnten wir spüren, welche Werte, welche Entschlossenheit und welcher Glaube die Menschen damals getragen haben, die Schneerosenkirche zu bauen. Sein Beitrag hat uns nicht nur erinnert, sondern berührt – und das Fundament unseres Jubiläumsjahres auf besondere Weise gestärkt.

Nach diesem bewegenden Auftakt laden wir herzlich zur nächsten Station unseres Jubiläumsjahres ein. Am 7. Mai 2026 um 19:00 Uhr erfüllt das Kirchenkonzert der Musikschule Hermagor die Schneerosenkirche mit Klang, Talent und junger musikalischer Leidenschaft.

Ein Abend, der die Geschichte unseres Gotteshauses mit der Kreativität der Gegenwart verbindet – und ein weiterer Moment, der zeigt, wie lebendig Gemeinschaft sein kann. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und auf ein Konzert, das Herz und Raum gleichermaßen zum Schwingen bringt.