Dankbar zurück. Mutig voraus. Gemeinsam unterwegs.
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres – 100 Jahre Schneerosenkirche Hermagor
Mit dem Festwochenende am 27. und 28. Juni 2026 fand das Jubiläumsjahr „100 Jahre Schneerosenkirche Hermagor“ seinen würdigen und zugleich bewegenden Höhepunkt, aber noch nicht seinen Abschluss.
Es waren zwei Tage voller Begegnungen, inspirierender Gespräche, gelebter Gemeinschaft und tiefer Dankbarkeit. Tage, die vielen Besucherinnen und Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Bereits am Samstag, dem 27. Juni, wurde mit der Auftaktveranstaltung „Miteinander reden – Kirche bewegt“ in der Schneerosenkirche ein neuer Akzent gesetzt.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die Kuratorinnen und Kuratoren der umliegenden evangelischen Pfarrgemeinden im Gail-, Gitsch- und Drautal sowie unsere Superintendentialkuratorin nutzten die Gelegenheit, mit unserer Bischöfin Prof. Dr.in Cornelia Richter ins Gespräch zu kommen.

Moderator Ing. Arno Kronhofer sorgte mit einem unkonventionellen Einstieg dafür, dass die Anwesenden einander rasch näherkamen. Es entstand eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre und entwickelte sich zu einer lebendigen Diskussion über Fragen, die viele Menschen bewegen.
Themen wie der Karfreitagsfeiertag, der Kirchenbeitrag oder die Rolle junger Menschen im Glauben spannten einen weiten Bogen.
Geduldig, authentisch und mit großer Offenheit und Ehrlichkeit beantwortete Bischöfin Richter die Fragen der Anwesenden. Sie überzeugte nicht nur durch fachliche Kompetenz, sondern vor allem durch ihre nahbare Art, die Vertrauen schuf und zum Mitdenken einlud.
Wie schnell zwei Stunden vergehen können, wurde allen erst bewusst, als selbst die kühlen Mauern der Schneerosenkirche der sommerlichen Hitze nicht mehr standhalten konnten. So verlagerte sich der Austausch unter die vorbereiteten Sonnenschirme und Zelte, wo bei erfrischenden Getränken in kleinen Gesprächsgruppen weiterdiskutiert wurde.
Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich sehr angetan von dieser im Gailtal bislang einzigartigen Begegnungsveranstaltung. Mit großer Vorfreude auf den Festgottesdienst am nächsten Morgen und dem gemeinsamen Wunsch, ein solches Format bald zu wiederholen, klang der Abend in entspannter Atmosphäre aus.

Am Sonntag, dem 28. Juni, trafen bereits ab 8.30 Uhr die ersten Gäste bei der Schneerosenkirche ein. Punkt 9.00 Uhr begrüßten die drei Glocken der Kirche die Stadt Hermagor und die zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen wurden die vorbereiteten Wasserflaschen dankbar angenommen. Eine kleine Geste mit großer Wirkung.


Den Festgottesdienst gestalteten unsere Bischöfin Dr.in Cornelia Richter gemeinsam mit Superintendentin Mag.a Andrea Mattioli.

Ihre Predigten und Worte waren erfrischend, lebensnah und zugleich tiefgründig. Mit feinem Wortwitz, persönlichen Beispielen und klaren Botschaften verbanden sie den Blick auf die Geschichte

mit den Herausforderungen der Gegenwart und machten Mut, Kirche auch in Zukunft offen, glaubwürdig und einladend zu gestalten.
Musikalisch wurde der Festgottesdienst auf beeindruckende Weise von Diözesankantor Martin Lehmann an der Orgel sowie der Bläsergruppe des Blasmusikvereins Vellach – Stadtkapelle Hermagor unter der Leitung von Hansi Grolitsch getragen. Mit großer Sensibilität und festlicher Klangfülle verliehen sie der Feier eine würdevolle und zugleich freudige Atmosphäre.

Die ausgewählten Lieder und Musikstücke – darunter „Nun danket alle Gott“ (EG 321), „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ (EG.E 24) und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (EG 503) – luden die Festgemeinde zum Mitsingen, Mitfeiern und inneren Mitgehen ein. Sie verbanden Dankbarkeit für das Vergangene mit Hoffnung auf das Kommende.

Ein weiterer Höhepunkt war die Präsentation unseres Pfarrers Mag. Reinhard Ambrosch über die Geschichte der evangelischen Christen im Gailtal, die Entstehungsidee der Schneerosenkirche sowie ihre Baugeschichte und Namensgebung.
Den emotionalen Höhepunkt bildete jedoch der persönliche Vortrag des Gedichtes „Wir sind wenige, die evangelischen Leut‘“ durch dessen Verfasserin Anna Wurian. Die inzwischen 91-Jährige hatte dieses Gedicht bereits anlässlich des 70-jährigen Kirchenjubiläums verfasst und der Gemeinde geschenkt.

Es nun, mehr als zwanzig Jahre später, selbst wieder vorzutragen, berührte die Festgemeinde und wurde zu einem unvergesslichen Moment.
Die Grußworte der Vertreter der katholischen Stadtpfarre Hermagor, Provisor Georg Granig und der Life Church, Pastor Grollitsch Hans, der Diakonie de La Tour Vorstandsvorsitzende Astrid Körner, verlesen durch Gerda Herzog, Thomas Dullnig, Christlicher Missionsverein, Bischöfin Cornelia Richter, Superintendentin Andrea Mattioli, des Landes Kärnten, Landtagsabgeordneter Luca Burgstaller, des Bürgermeisters der Stadt Hermagor, Leopold Astner sowie unseres Kurators, Karli Wassertheurer,
waren bewusst kurz gehalten und doch reich an Inhalt. Sie brachten die große Wertschätzung für die Schneerosenkirche, die Verbundenheit mit unserer Pfarrgemeinde und den Wunsch nach einem weiterhin guten Miteinander über Konfessions- und Institutionsgrenzen hinweg eindrucksvoll zum Ausdruck.
Einen besonders bewegenden Akzent setzte Prof. KR Karlheinz Essl, Enkel des Kirchenmitbegründers Georg Essl I.. Mit persönlichen Erinnerungen und historischen Einblicken ließ er die Entstehungsgeschichte der Schneerosenkirche lebendig werden.

Eindrucksvoll zeigte er auf, dass dieses für die damalige Zeit nahezu gigantische Bauvorhaben nur durch einen tiefen Glauben, den unerschütterlichen Zusammenhalt und das vertrauensvolle Miteinander von Frauen und Männern verwirklicht werden konnte. Gerade diese Botschaft reicht weit über die Geschichte hinaus. Große Ziele werden erreicht, wenn Menschen ihre Kräfte bündeln, Verantwortung teilen und gemeinsam an eine Idee glauben. Damals wie heute.
Obwohl der Fest-Gottesdienst mehr als zwei Stunden dauerte, verging die Zeit wie im Flug. Das vielfach gehörte Resümee lautete: kurzweilig, interessant, würdevoll und wohltuend unaufdringlich.
Parallel dazu genossen die Kinder im Pfarrhaus eine fröhliche und abwechslungsreiche Kinderstunde.


Im Anschluss führte die Stadtkapelle Hermagor den Festzug von der Schneerosenkirche zum Rathaus. Dort warteten festlich gedeckte Tische, drei köstliche Mittagsmenüs sowie erfrischende Getränke auf die Gäste. In geselliger Atmosphäre wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und Erinnerungen ausgetauscht. Das Festkonzert der Stadtkapelle sorgte dabei für beste Stimmung.
Zum Nachmittagskaffee verwöhnte der Frauenkreis die Besucherinnen und Besucher mit rund 30 selbst gebackenen Torten, die mit viel Liebe und großem Engagement zubereitet worden waren. Diese beeindruckende Vielfalt war nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch ein sichtbares Zeichen der gelebten Gemeinschaft und Gastfreundschaft unserer Pfarrgemeinde.
Ein schöne Überraschung war die von Erich Semmelrock überreichte Jubiläumstorte aus der Familienkonditorei. Das kunstvoll gestaltete und zugleich köstliche Meisterwerk war ein liebevolles Geschenk der Familie Semmelrock und ein sichtbares Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Schneerosenkirche.

Die große Hitze dieses Sommertages rückte angesichts all der schönen Begegnungen, der herzlichen Gespräche und der spürbaren Gemeinschaft beinahe in den Hintergrund. Überall waren fröhliche Gesichter zu sehen. Bei den Gästen ebenso wie bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die mit großem Engagement zum Gelingen dieses Festwochenendes beigetragen hatten.
So bleibt vor allem eines – tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber allen, die dieses Jubiläum mitgetragen, vorbereitet und mitgefeiert haben. Dankbarkeit für hundert Jahre Schneerosenkirche. Für einen Ort des Glaubens, der Hoffnung und der Gemeinschaft. Und Dankbarkeit für ein Fest, das eindrucksvoll gezeigt hat, dass Kirche lebt, Menschen verbindet und Zukunft hat.
Möge die Schneerosenkirche auch in den kommenden Jahrzehnten ein Ort bleiben, an dem Gottes Liebe spürbar wird, Menschen Heimat finden und Gemeinschaft wachsen kann. Das Jubiläumswochenende hat dafür ein starkes und hoffnungsvolles Zeichen gesetzt.

Ein besonderer Moment verdient bleibende Erinnerungen.
Unser herzlicher Dank gilt Hans Jost, der mit seinen einfühlsamen Bildern das Jubiläumsfest in all seiner Schönheit festgehalten hat. Aufmerksam, geduldig und den ganzen Tag über präsent. Seine Fotografien bewahren die Atmosphäre dieses besonderen Moments.
Ebenso danken wir Elmar Weihsmann und seinem Filmteam, die die Begegnungsveranstaltung „Miteinander reden – Kirche bewegt“ sowie den Jubiläumsgottesdienst für uns und die Nachwelt aufgezeichnet haben. Ihr filmischer Blick macht erlebbar, was uns bewegt hat und weiter trägt
Beide haben mit Zeit, Hingabe und Professionalität ein bleibendes Geschenk geschaffen.

Evangelische Kirche in Österreich am 01. Juli 2026: Jubiläumssonntag zum 100. Geburtstag der Schneerosenkirche
Gailtal Journal am 29. Juni 2026: Gailtal Journal – 100 Jahre Schneerosenkirche in Hermagor
Kleine Zeitung vom 29. Juni 2026: 100 Jahre Schneerosenkirche: Pfarrerin konnte sich ein „bist du deppert“ nicht verkneifen
Obergailtaler Trachtengruppe vom 29. Juni 2026: 100 Jahre Schneerosenkirche Hermagor – Obergailtaler Trachtengruppe
Radio Kärnten am Vormittag vom 27. Juni 2026 Beitrag von Ute Pichler und Interview mit SI Andrea Mattioli, Pfarrer Reinhard Ambrosch und Kurator Karl Wassertheurer: Jubiläum Schneerosenkirche
Kleine Zeitung vom Freitag, 27. Juni 2026: Der Verkauf von Schneerosen ermöglichte Kirchenbau
Kleine Zeitung unter msn vom 29. Juni 2026: Pfarrerin konnte sich ein „bist du deppert“ nicht verkneifen



