Gemeinsam feiern unter freiem Himmel.
Wenn sich der Sommer langsam verabschiedet, der Herbst seine ersten goldenen Farben zeigt und sich der Blick über das wunderschöne Gailtal öffnet, dann ist wieder Zeit für den Waldgottesdienst am Guggenberg. Ein besonderer Sonntag, der auch heuer ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Dankbarkeit und – ganz besonders – unserer Jugend stand.
Bevor die ersten Besucherinnen und Besucher auf der Wiese eintrafen, war bereits einiges geschehen. Denn ein Waldgottesdienst unter freiem Himmel kommt nicht einfach so daher. Er braucht viele fleißige Hände und ein gutes Miteinander.
Und genau das hat auch heuer wieder wunderbar funktioniert. Markus Müller, vulgo Oberkilzer, sorgte dafür, dass die Wiese frisch gemäht und bestens für den Gottesdienst vorbereitet war. Die Gemeindevertreter der Pfarrgemeinden Hermagor und Watschig packten mit Freude an, stellten Tische, Bänke und Zelte als Sonnenschutz auf der idyllisch gelegenen Oberkilzer‑Wiese am Rand zum angrenzenden Wald auf.
Die Frauenkreise aus Hermagor und Watschig verwandelten die Tische in einladende Inseln voller Farbe und Herzlichkeit. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Erfrischende Getränke wie Limonade und Bier, Kaffee und natürlich jede Menge köstliche Nachspeisen wurden auf den Guggenberg gebracht. Letztere stammten aus den Backstuben unserer engagierten Frauen-Power Teams, die man nicht nur schmecken, sondern auch spüren konnte!
Das Mittagessen wurde von Jonas Zimmermann und seinen Helfern kredenzt und rundete den kulinarischen Teil dieses besonderen Sonntags ab.



Ein Aufwand, der sich in jeder Begegnung und jedem Lächeln widerspiegelt – und zeigt, wie stark unsere Gemeinden tragen und zusammenstehen. Denn der Waldgottesdienst soll vor allem eines schenken: Miteinander Zeit zu verbringen. Zeit zum Durchatmen. Zeit zum Innehalten. Zeit für einen Gottesdienst inmitten unserer wunderschönen Natur. Und Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, zu lachen, zu essen und einfach einen entspannten Sonntagvormittag zu genießen.

Unser Pfarrerehepaar Reinhard und Veronika Ambrosch gestaltete den Gottesdienst in dieser ganz besonderen Umgebung und der die Ruhe des Waldes aufnahm. Musikalisch begleitet von einem Ensemble der Stadtkapelle Hermagor entstand eine Atmosphäre, die man nicht einfach erlebt, sondern spürt.
Für die jüngsten Besucher gab es parallel die erste Kinderstunde nach der Sommerpause. Ein fröhlicher Auftakt für die „Kirchenmäuse“, die ab 11. Oktober wieder alle zwei Wochen zusammenkommen.
Besonders wichtig war uns, den diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden Respekt und Wertschätzung zu zeigen. Was früher für viele Jugendliche ganz selbstverständlich war, ist heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso größer ist unsere Freude über ihre Entscheidung sich konfirmieren zu lassen – und umso wichtiger war es uns, ihnen an diesem Tag zu zeigen, dass sie willkommen sind, zu uns gehören und in unseren Kirchengemeinden gut aufgehoben sind.
Die kommende Konfirmandenzeit wird sie begleiten und hoffentlich viele wertvolle Erfahrungen, Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Erlebnisse schenken. Pfarrer Reinhard Ambrosch, Kurator-Stellvertreterin Angelika Schwilk sowie der Jugendbeauftragte des Missionsverbandes, Samuel Zettler, werden die Jugendlichen auf ihrem Weg bis zum großen Ehrentag in etwa einem halben Jahr begleiten.
Doch die Konfirmandenzeit ist nicht nur eine Aufgabe für jene, die unmittelbar mit den Jugendlichen arbeiten. Sie ist eine Aufgabe und vor allem eine Herzensangelegenheit unserer gesamten Kirchengemeinde.

Wir freuen uns, wenn junge Menschen sagen: „Wir wollen diesen Weg gehen“. Wir freuen uns, wenn sie sich mit Glauben, Fragen, Gemeinschaft und dem Erwachsenwerden auseinandersetzen wollen. Und wir möchten ihnen vermitteln, dass Kirche auch ein Ort sein kann, an dem sie gesehen, gehört, ernst genommen aber auch begleitet werden.
Und so war dieser Waldgottesdienst auch heuer wieder von einem großen Gefühl der Dankbarkeit getragen – gegenüber allen, die gekommen sind, die vorbereitet, aufgebaut, dekoriert, gekocht, gebacken, ausgeschenkt, musiziert, gestaltet, mitgeholfen und anschließend wieder alles abgebaut und ins Tal gebracht haben.

Ein besonderes Dankeschön ging dabei an Markus Müller. Als kleines Zeichen der Wertschätzung überreichten ihm unsere Kuratoren eine Schneerosenkirche auf Lärchenholz – ein kleines, aber herzliches Dankeschön für die großzügige Bereitstellung der Oberkilzer-Wiese, und das Jahr für Jahr.
Nach dem Gottesdienst wurde gegessen, gelacht und geplaudert. Ein gemütliches und geselliges Beisammensein gehört einfach zum Waldgottesdienst dazu.
Und irgendwann hieß es dann wieder: zusammenpacken! Tische, Bänke, Zelte, Dekoration, Geschirr und alles, was zuvor so liebevoll auf den Guggenberg gebracht worden war, musste wieder zurück ins Tal. Danach konnten auch die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer aus Hermagor und Watschig ihren wunderschönen Herbstsonntag langsam ausklingen lassen.
Ein Sonntag mit herrlicher Aussicht auf unser Gailtal. Ein Sonntag mit Musik, Gottesdienst, gutem Essen und netten Begegnungen. Ein Sonntag, an dem wir neun junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden willkommen heißen durften.
Und ein Sonntag, der einmal mehr gezeigt hat, wie schön Kirche sein kann, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken.
Dafür sagen wir von Herzen: Danke!

Fotos: Margrit Pernull

Und schon wartet das nächste Fest!
Lange ausruhen können sich die Watschiger übrigens nicht. Denn schon am kommenden Sonntag steht das nächste besondere Ereignis auf dem Programm:
Das Toleranzbethaus feiert seinen 244. Kirchtagsgottesdienst! Diesem besonderen Anlass entsprechend wird mit einem würdevollen ökumenischen Gottesdienst gefeiert, bevor anschließend beim Kirchtag in der Kes’n, veranstaltet von der Watschiger Jugend, die Gemeinschaft und das gemütliche Beisammensein weitergehen.


Und, wie schon erwähnt: auch die Kirchenmäuse freuen sich schon auf ihr nächstes gemeinsames Abenteuer: Ab 11. Oktober treffen sie sich wieder alle zwei Wochen zum gemeinsamen „Zeit-Verbringen“ – mit Spaß und guter Laune, Geschichten und lustigen Spielen.

Kirche lebt, wenn Menschen zusammenkommen. Jung und alt, mitten in der Natur, mitten im Leben und miteinander unterwegs.

























