Evangelische Kirchengemeinde A.B. Hermagor
1
Mittwoch, 26 August 2020 15:58

Predigt in Reim-Form - 23.08.2020

Predigt vom 23.August 2020 in Reimform

 Hier kommt die Predigt vom letzten Sonntag (23.08.2020) zu Lukas 10, 38-42,
von Evang.Pfarrerin Anette Kassing:
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  Tel.: (0160) 88 926 94

Predigt zu Lk 10, 38 - 42 Maria und Marta

Hermagor/ Kärnten, den 23.08.2020  Von Urlaubs-Seelsorgerin Pfrn. Anette Kassing/ Bad Schwalbach 
(mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)  

Grüß Gott, ihr Schwestern und ihr Brüder:

Der Urlaub kommt grad auf uns nieder.

Die Leut‘ sind faul für ein paar Tage,

entfliehen aller Alltagsplage,

und während mancher schläft im Bau,

betreiben wir hier Presseschau:

Was wir bei Lukas grad gelesen,

war damals ein Skandal gewesen,

der in den Dörfern und den Städten

erfüllte alle Schrift-Gazetten:

Die „BILD am Sabbat“ etwa schrieb:

„…im Frauenhaus der Rabbi blieb!

Zwei schöne Jungfern –noch zu haben-

Bei denen wollte er sich laben.

Erotik – Saufen – Orgien-,

wo führt uns denn das alles hin?!“

Auch der Bethanien-Kurier

Ist außer sich, man liest es hier:

„Die vita pássiva ist gut,

Herr Jesus macht Maria Mut-,

jedoch, man sollte auch bedenken,

der andren Seite Acht zu schenken!

Frau Marta kocht, ein guter Brauch,

denn vita áctiva braucht’s auch!

Denn nicht nur, EINS, nein: ZWEI ist not-,

Bei Jesus kommt das aus dem Lot!“

Die Frauenzeitschrift EMMA meint

„Sie tut, was neue Frauen eint:

Maria setzt als Schülerin

Sich Jesus zu den Füßen hin.

Als Frau nimmt sie –was uns gefällt!-

Den Platz ein in der Männerwelt.“

Wenn wir nun heut‘ mit Abstand fragen:

Was wollte Doktor Lukas sagen?

Dann komm’n wir schnell ins große Grübeln:

„Wollt‘ er der Marta denn verübeln,

dass sie geschuftet in der Küche,

getrotzt der Zwiebeln Beiß-Gerüche?

Sie hat geschnippelt, alles frisch,

sie hat gedeckt allein den Tisch.

An Marta alles hängen blieb-,

was soll da dieser Seitenhieb?!“

Dann schau‘n wir doch genauer hin,

was Lukas hier wohl hatt‘ im Sinn.

VOR der Erzählung mit dem Dinner

berichtet er vom lieben Spinner,

der aus Samaria gekommen

der Mut und Geld zusamm’n genommen,

um dem zu helfen, der geschunden

im Graben lag mit seinen Wunden.

Bei der Geschichte, das ist klar-,

war es die TAT, die nötig war.

Und NACH dem Essen bei den Frau‘n

Lässt Lukas uns auf Andres schau‘n:

Wir sollen beten, voll Vertrau’n

Im HÖREN ganz auf Gott uns bau’n.

Vielleicht mocht‘ Lukas damit sagen:

Was wollt ihr euch mit Fragen plagen?!

Es ist nicht „Hören“ kontra „Tun“,

auch nicht das „Kochen?“ „oder Ruhn?“

Hier geht es nicht um Ent- und Weder,

kein theorétisches Gezether.

Hier geht es –so versteh‘ ich ihn-

Schon gar nicht um ein Moralin.

Vielmehr zeigt er uns diesen Mann,

der Andre gut verstehen kann.

Der selber immer tiefer trauert,

wenn Marta einsam schnippelnd mauert.

Wenn sie –die den Kontakt gesucht-

Vor lauter Perfektion verbucht,

wenn sie, vor lauter gutem Plan,

ihn gar nicht fragt, „Was ist JETZT dran?“

Denn nicht das Gute und Perfekte,

das Saubere und das Geleckte,

sondern die Makel und die Flecken

soll’n Frau (und Mann) doch nicht verdecken!

Nicht ackern ist’s und sich verbiegen,

stattdessen einfach sein, sich wiegen

ganz nah bei dem, der zu Besuch,

egal, was sagt das Knigge-Buch.

Denn Jesus sagt, das ist das Tolle,

„Du bist doch mehr als deine Rolle!

Bei mir musst du nicht funktionier’n,

hier darfst du ruhig mal was probier’n.

Klar kehr ich gerne bei dir ein,

(und trink dabei auch ein Glas Wein)-,

Mir zu Gefall’n musst du nichts kühlen,

in meiner Nähe darfst du fühlen.

Vergiss doch das perfekte Dinner,

stattdessen komm mal zu uns hinner.“

Und die Maria macht es vor:

Ist schon die ganze Zeit ganz Ohr

Und hört dem Jesus einfach zu,

der in ihr Leben brachte Ruh‘.

So könnt‘ auch uns in unsern Tagen

Das Zuhörn helfen- und das Fragen.

Und schließlich dann, wer weiß das schon,

lernt Marta einen neuen Ton,

kommt aus der alten Rolle raus

streckt vorsichtig die Fühler aus…

legt Messer und die Schürze ab

den ganzen Stress, den’s eben gab.

Und setzt sich hin… und kommt mal an

Bei dem, der gut „begegnen“ kann.

Als schließlich allen knurrt der Magen,

wird selbst eine Maria sagen:

„Egal, was ihr jetzt denkt, ihr Leut‘,

ICH hab jetzt Hunger! Es wird Zeit!“

Mit Jesus und der Jüngerschar

Geht alles schneller, das ist wahr,

die Marta zeigt jetzt dem Andreas,

wie er am besten kocht das Seegras,

selbst Jesus ist den Tränen nah,

weil Zwiebeln er im Auge sah.

So hat der Mann hier in der Mitte

An seine Leute ein Bitte:

Nicht in der Küche ackern, einsam,

sondern mit Herz tun wir’s-, gemeinsam.

Jetzt komm ich zu der Predigt Schluss,

(auch wenn ich eigentlich nicht muss.)

Denn schließlich woll’n wir, Groß und Klein,

zum Essen ja auch pünktlich sein.

Ich sag, ihr Herren und ihr Damen,

schlussendlich nur: so sei‘s!

und: Amen

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 26 August 2020 16:07