Evangelische Kirchengemeinde A.B. Hermagor
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Montag, 24 August 2020 15:48

Firstkreuz Schneerosenkirche neu

Firstkreuz erstrahlt in neuem Glanz

 

Als Abschluss und Höhepunkt der Sanierungsarbeiten an der Schneerosenkirche
wurde das renovierte Firstkreuz aufgesetzt.

Am 18.August 2020 wurde das im Oktober 2019 abgebaute und inzwischen von Mag.Herwig Hubmann
generalsanierte und vergoldete Firstkreuz der Schneerosenkirche Hermagor wieder aufgesetzt.

Etwa vier Stunden dauerten die Arbeiten in luftiger Höhe, die weitestgehend vom Montagekorb der
Magirusleiter der Freiwilligen Feuerwehr Hermagor aus durchgeführt wurden.

Es war eine überaus engagierte Team-Arbeit unter Mithilfe von FF-Kommandant Christof Rohr, Kranfahrer Lukas Jank,
Restaurator Herwig Hubmann und Bau-Obmann Hansi Grolitsch, umsichtig organisiert von Kurator Karli Wassertheurer.

Am Sonntag 16.August, also kurz vor der Firstkreuz-Montage,
hat die deutsche Urlaubs-Seelsorgerin Anette Kassing aus Bad Schwalbach
in einer symbolisch interessanten Predigt in Reim-Form uns Christen Mut gemacht,
dann und wann auch neue Schritte zu wagen und darauf zu vertrauen,
dass es Menschen gibt, die immer hilfreich und erreichbar sind,
um bestimmte Herausforderungen zu meistern.

 

Hier die Predigt im Original-Text:

Ihr Lieben jungen, alten Leute, da sitzen wir jetzt hier und heute

und lauschen auf die alten Worte vom fremden, weit entfernten Orte,

und machen uns im alten Buche für UNS und HEUTE auf die Suche

was unserm Herzen Futter gibt, wer uns beschützt und liebt.

Schon bald in diesem jungen Jahr War für uns alle ziemlich klar:

Im Leben kommt es manchmal schlimmer, und irgendetwas ist ja immer.

Corona kam aus China her Macht uns seither das Leben schwer.

Ob Ischgl oder Ballermann; Mit Unvernunft sind wir schnell dran.

Ob Urlaub, Kino, große Feier- Das Leben ist gar ungeheuer:

Corona macht zum Überfluss Die schöne Planung zum Verdruss.

Die Schule macht die Tore dicht, und manche Existenz vernicht‘

das kleine Virus ganz gemein lässt uns zuhause und: allein.

 Das Geld wird knapp, das Herz wird bang, wir fragen uns: wo geht das lang?

Grad so war wohl auch das Gefühl der Männer damals im Gewühl.

Die haben Jesus tschüß gesaacht, der ging dann beten, die ganze Naacht,

und unsre Jünger stiegen brav ins Fischerboot- und fiel‘n in Schlaf.

Doch manches Mal kommt‘s eben schlimmer, und irgendetwas ist ja immer:

Es kam ein großer Sturm mit Wind, das Bootchen schaukelte geschwind,

 dem ersten wurde sofort übel, der zweite brauchte einen Kübel,

die ganze Mannschaft wurd‘ erfasst von Todesangst, ganz leichenblass.

Als dann noch in dem Wellenfauchen gar Jesu Umrisse auftauchen,

mag‘s auch beim Letzten im Kopfe bohren: „Gespensterschreck! Wir sind verloren!“

Doch Jesus spricht in all dem Grauen „Ich bin’s, habt doch Vertrauen!“

Der Jünger Petrus macht gleich mit und wagt den unglaublichen Schritt

Raus aus dem Boot, auf Jesus zu, mit keinem wasserdichten Schuh,

geht auf dem Wasser, ganz unglaublich, ist selber nicht ganz seepferd-tauglich,

und leider auch kein guter Schwimmer: Irgendetwas ist ja immer;

Der Petrus ändert seinen Blick Und das besiegelt sein Geschick.

Sein Blick geht nur auf die Gefahr, und schon wird unser Mann gewahr:

ich brauche Hilfe, jetzt und hier! Und schreit zu Jesus wie ein Tier.

Der hatte auch sofort Erbarmen Und hat mit seinen Muskelarmen

Den Petrus gleich ganz fest gehalten (nur dessen Kleidung lag in Falten).

Belehrung mit dem Zeigefinger Und ähnliche moral’sche Dinger-

All dieses lag dem Jesus fern, er hatte doch den Petrus gern.

Und brauchte seine beiden Hände Zur Rettung bei der Lebens-Wende,

um zu retten und zu halten so ängstliche Gestalten.

Ihr lieben Leute heut und hier: Ich wünsch euch: wagt euch vor die Tür,

wagt gern mal einen neuen Schritt und achtet dabei immer mit

 auf Menschen, die euch wohl gesinnt, die hilfreich und erreichbar sind.

Die Halt geben in schweren Zeiten und euch mit liebem Blick begleiten.

 Und wenn was schief geht -was passiert- dann schreit wie Petrus ungeniert

um Hilfe, die doch jeder braucht, weil uns das Leben halt oft schlaucht.

 Klar bleibt uns das Gewimmer „Irgendetwas ist ja immer“,

trotzdem dürfen wir es wagen, auch hier in unsern Kärnten-Tagen

auf das Leben zuzugehn und dabei auf den zu sehn,

der uns herauslockt und erweitert und uns fest hält, wenn alles scheitert.

So schließ ich nun, ihr Herrn und Damen, mit einem kurzen Worte: Amen.